Imbolc wird Anfang Februar gefeiert und markiert im Jahreskreis einen Übergang. Der Winter ist noch da, aber er ist nicht mehr abgeschlossen. Etwas beginnt sich zu verändern - nicht sichtbar, sondern im Inneren.
Der Name Imbolc leitet sich sehr wahrscheinlich vom altirischen „i mbolg“ ab – „im Bauch“. Gemeint ist Trächtigkeit, Vorbereitung, das Stadium vor dem Sichtbarwerden. Nicht Geburt, sondern das, was geschützt und genährt werden muss, damit es entstehen kann.
Lichtmess – wenn das Licht offiziell „zurückkehrt“
Am 2. Februar wird in der christlichen Tradition Lichtmess gefeiert. Kerzen werden gesegnet, das Licht bekommt wieder einen festen Platz im Jahreslauf. Historisch ist das eine der Stellen, an denen man sieht: Diese Zeit war den Menschen wichtig – über Religionen hinweg.
Imbolc und Lichtmess erzählen dieselbe Bewegung in unterschiedlichen Sprachen:
Nicht der Frühling ist da. Aber das Licht ist wieder relevant.
Man richtet sich neu aus. Man macht Platz. Man schützt das, was wachsen will.
Lämmer – Zeichen von Verantwortung und Versorgung
Die Verbindung von Imbolc mit Lämmern stammt aus bäuerlichen Lebensrealitäten. Um diese Zeit waren Schafe tragend, erste Milch konnte wieder verfügbar sein, vereinzelt setzten frühe Geburten ein – abhängig von Region und Klima.
Das war kein kitschiges Symbol, sondern ein Signal: Versorgung, Fürsorge, Verantwortung. Neues Leben, das Schutz braucht.
Schneeglöckchen – das erste sichtbare Zeichen
Im Pflanzenreich zeigen Schneeglöckchen oft als Erste, dass sich etwas bewegt. Sie brechen durch gefrorene Erde, ohne Drama. Nicht als Versprechen von Frühling, sondern als Hinweis: Der Stillstand ist vorbei.
Brigid – Hüterin des inneren Feuers
Imbolc ist eng mit der keltischen Göttin Brigid verbunden. Sie gilt als Göttin des Feuers, der Heilung, der Inspiration und des Handwerks. Brigid steht für das innere Feuer – für Wärme, Schutz und Ausrichtung.
Ihr Feuer ist kein loderndes, sondern eines, das gehütet wird. Genau deshalb passt sie zu Imbolc: zu einer Zeit, in der Neues entsteht, aber noch Begleitung braucht.
Das Brigid-Kreuz – Schutz für das, was wachsen will
Zu Imbolc wird traditionell das Brigid-Kreuz geflochten, meist aus Stroh oder Binsen. Es wird im Haus aufgehängt als Schutzsymbol für das kommende Jahr.
Es markiert den Übergang und sagt im Kern:
Hier wird etwas Neues eingeladen – und geschützt.
Imbolc feiern – ruhig, klar, reduziert
Imbolc verlangt keine großen Rituale. Es verlangt Aufmerksamkeit.
Vorbereitung
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Räume klären, nicht umgestalten
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Altes entfernen, ohne Neues zu erzwingen
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Ordnung schaffen, wo Unruhe herrscht
Räucher-Ritual zu Imbolc
Räuchern passt zu Imbolc, weil es begleitet, ohne zu überlagern.
Geeignete Räucherstoffe:
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Salbei oder Beifuß zum Klären
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Tannen- oder Fichtenharz für Erdung und Stabilität
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Weihrauch für Sammlung und innere Ausrichtung
Ritualimpuls:
Entzünde das Räucherwerk bewusst.
Bleibe stehen oder gehe langsam durch den Raum.
Stelle dir nicht die Frage, was du beginnen willst,
sondern: Was braucht jetzt Schutz, damit es wachsen kann?
Die Haltung von Imbolc
Imbolc erinnert daran,
dass jeder Neubeginn eine Phase braucht,
in der er geschützt wird. Es ist ein Fest der Verantwortung für das Werdende.
Nicht laut.
Nicht sichtbar.
Aber bewusst.

