Beifuß – das wilde Kraut mit uralter Geschichte

Beifuß – das wilde Kraut mit uralter Geschichte

Er wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Brachflächen und wird von den meisten kaum beachtet. Dabei ist Beifuß (Artemisia vulgaris) eine der traditionsreichsten Ritual- und Räucherpflanzen Europas.

Über Jahrhunderte wurde er geräuchert, als Schutzpflanze getragen, zu Sonnwendfeuern verwendet  und irgendwann landete er sogar in der Weihnachtsgans.

Von der „Mutter der Kräuter“ zum Gänsebraten

Im Mittelalter wurde Beifuß als Mutter der Kräuter bezeichnet. Seine Geschichte reicht aber deutlich weiter zurück. Bereits im altenglischen Nine Herbs Charm, dem berühmten Neunkräutersegen aus dem frühen Mittelalter, nimmt Beifuß eine herausragende Stellung unter neun besonderen Pflanzen ein.

Auch rund um die Sommersonnenwende spielte er eine Rolle: Menschen trugen Gürtel oder Kränze aus Beifuß und warfen diese anschließend ins Johannisfeuer. Symbolisch sollte damit Belastendes abgegeben werden. Alte Bezeichnungen wie Sonnwendkraut erinnern noch heute an diese Tradition.

Und dann gibt es noch seine überraschend profane Karriere: Beifuß ist das klassische Kraut zur Gans. Getrocknete Zweige wurden traditionell in die Bauchhöhle gegeben oder der Füllung beigemischt. Sein kräftig würziger und leicht bitterer Geschmack passt besonders gut zu fettreichen Speisen. Traditionell wird Beifuß deshalb auch als verdauungsförderndes Gewürzkraut verwendet.

Ein Kraut zwischen Mythologie und Räucherkultur

Schon sein botanischer Name Artemisia führt in die Mythologie. Er wird mit Artemis verbunden, der griechischen Göttin der Jagd, der Wildnis und der Frauen. Entsprechend eng war Beifuß historisch auch mit Frauenheilkunde, Geburt und Übergängen verbunden.

Der Ethnobotaniker Christian Rätsch beschäftigte sich intensiv mit Beifuß und beschreibt ihn als bedeutende Pflanze alter Räuchertraditionen. Er verweist auf seine Verbindung mit Übergängen, Schutz und veränderter Wahrnehmung und hält eine Verwendung als Räucherpflanze bereits in vorgeschichtlicher Zeit für möglich. Das ist eine ethnobotanische Interpretation und kein gesicherter archäologischer Nachweis – zeigt aber, welchen

Beifuß – das wilde Kraut mit uralter Geschichte

Er wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Brachflächen und wird von den meisten kaum beachtet. Dabei ist Beifuß (Artemisia vulgaris) eine der traditionsreichsten Ritual- und Räucherpflanzen Europas.

Über Jahrhunderte wurde er geräuchert, als Schutzpflanze getragen, zu Sonnwendfeuern verwendet – und irgendwann landete er sogar in der Weihnachtsgans.

Von der „Mutter der Kräuter“ zum Gänsebraten

Im Mittelalter wurde Beifuß als „Mutter der Kräuter“ bezeichnet. Seine Geschichte reicht aber deutlich weiter zurück. Bereits im altenglischen Nine Herbs Charm, dem berühmten Neunkräutersegen aus dem frühen Mittelalter, nimmt Beifuß eine herausragende Stellung unter neun besonderen Pflanzen ein.

Auch rund um die Sommersonnenwende spielte er eine Rolle: Menschen trugen Gürtel oder Kränze aus Beifuß und warfen diese anschließend ins Johannisfeuer. Symbolisch sollte damit Belastendes abgegeben werden. Alte Bezeichnungen wie Sonnwendkraut erinnern noch heute an diese Tradition.

Und dann gibt es noch seine überraschend profane Karriere: Beifuß ist das klassische Kraut zur Gans. Getrocknete Zweige wurden traditionell in die Bauchhöhle gegeben oder der Füllung beigemischt. Sein kräftig würziger und leicht bitterer Geschmack passt besonders gut zu fettreichen Speisen. Traditionell wird Beifuß deshalb auch als verdauungsförderndes Gewürzkraut verwendet.

Ein Kraut zwischen Mythologie und Räucherkultur

Schon sein botanischer Name Artemisia führt in die Mythologie. Er wird mit Artemis verbunden, der griechischen Göttin der Jagd, der Wildnis und der Frauen. Entsprechend eng war Beifuß historisch auch mit Frauenheilkunde, Geburt und Übergängen verbunden.

Der Ethnobotaniker Christian Rätsch beschäftigte sich intensiv mit Beifuß und beschreibt ihn als bedeutende Pflanze alter Räuchertraditionen. Er verweist auf seine Verbindung mit Übergängen, Schutz und veränderter Wahrnehmung und hält eine Verwendung als Räucherpflanze bereits in vorgeschichtlicher Zeit für möglich. Das ist eine ethnobotanische Interpretation und kein gesicherter archäologischer Nachweis – zeigt aber, welchen außergewöhnlichen Stellenwert die Pflanze in unserer Kulturgeschichte besitzt.

Auch in den Rauhnächten wurden Haus und Stall traditionell mit heimischen Pflanzen ausgeräuchert. Beifuß gehörte zu den klassischen Räucherkräutern.

Beifuß ist nicht gleich Beifuß

Eine Frage bekommen wir besonders häufig: Ist das der einjährige oder der mehrjährige Beifuß?

Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Arten derselben Pflanzengattung.

Der bei uns heimische Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine mehrjährige Pflanze. Genau dieser Beifuß hat die lange europäische Tradition als Gewürz, Räucher- und Ritualpflanze und ist auch der Beifuß, den wir für unsere Räuchermischungen verwenden.

Daneben gibt es den Einjährigen Beifuß (Artemisia annua). Wie der Name schon sagt, wächst er einjährig und stammt ursprünglich aus Asien. Bekannt geworden ist er vor allem wegen seines Inhaltsstoffs Artemisinin und seiner langen Verwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Die beiden sehen sich durchaus ähnlich und gehören beide zur Gattung Artemisia, es Sind aber nicht dieselbe Pflanze und sollten nicht einfach gleichgesetzt werden.

Warum wir Beifuß heute noch verwenden

Beim Räuchern zeigt sich schnell, warum dieses unscheinbare Kraut über Jahrhunderte nicht verschwunden ist. Sein Duft ist herb, würzig, krautig und charaktervoll. Kein gefälliger Parfümduft, sondern ein Rohstoff mit Ecken und Kanten.

Bei PAVA FUMA findet sich Beifuß deshalb in mehreren unserer Mischungen. In PURIFY passt seine traditionell mit Reinigung verbundene Geschichte besonders gut zur Idee der Mischung. Aber auch AMORE enthält Beifuß – hier zeigt er zusammen mit anderen Kräutern und Harzen eine völlig andere, weichere Seite.

Und vielleicht ist das der schönste Aha-Moment an Beifuß:

Eine Pflanze, die heute vielerorts unbeachtet am Wegesrand wächst, war einmal Schutzkraut, Frauenkraut, Sonnwendkraut, Räucherpflanze und „Mutter der Kräuter“ – und begleitet uns bis heute. Manchmal sogar in der Weihnachtsgans.

Stellenwert die Pflanze in unserer Kulturgeschichte besitzt.

Auch in den Rauhnächten wurden Haus und Stall traditionell mit heimischen Pflanzen ausgeräuchert. Beifuß gehörte zu den klassischen Räucherkräutern.

Beifuß ist nicht gleich Beifuß

Eine Frage bekommen wir besonders häufig: Ist das der einjährige oder der mehrjährige Beifuß?

Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Arten derselben Pflanzengattung.

Der bei uns heimische Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine mehrjährige Pflanze. Genau dieser Beifuß hat die lange europäische Tradition als Gewürz, Räucher- und Ritualpflanze und ist auch der Beifuß, den wir für unsere Räuchermischungen verwenden.

Daneben gibt es den Einjährigen Beifuß (Artemisia annua). Wie der Name schon sagt, wächst er einjährig und stammt ursprünglich aus Asien. Bekannt geworden ist er vor allem wegen seines Inhaltsstoffs Artemisinin und seiner langen Verwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Die beiden sehen sich durchaus ähnlich und gehören beide zur Gattung Artemisiasind aber nicht dieselbe Pflanze und sollten nicht einfach gleichgesetzt werden.

Warum wir Beifuß heute noch verwenden

Beim Räuchern zeigt sich schnell, warum dieses unscheinbare Kraut über Jahrhunderte nicht verschwunden ist. Sein Duft ist herb, würzig, krautig und charaktervoll. Kein gefälliger Parfümduft, sondern ein Rohstoff mit Ecken und Kanten.

Bei PAVA FUMA findet sich Beifuß deshalb in mehreren unserer Mischungen. In PURIFY passt seine traditionell mit Reinigung verbundene Geschichte besonders gut zur Idee der Mischung. Aber auch AMORE enthält Beifuß – hier zeigt er zusammen mit anderen Kräutern und Harzen eine völlig andere, weichere Seite.

Und vielleicht ist das der schönste Aha-Moment an Beifuß:

Eine Pflanze, die heute vielerorts unbeachtet am Wegesrand wächst, war einmal Schutzkraut, Frauenkraut, Sonnwendkraut, Räucherpflanze und „Mutter der Kräuter“ – und begleitet uns bis heute. Manchmal sogar in der Weihnachtsgans.

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