Fichtenharz: Das Gold des Waldes

Fichtenharz: Das Gold des Waldes

Wer schon einmal frisches Fichtenharz zwischen den Fingern hatte, weiß sofort, warum dieser Stoff seit Jahrhunderten genutzt wird.

Der Duft ist intensiv, warm, harzig und erinnert unmittelbar an Wald. Gleichzeitig ist die Konsistenz klebrig, weich und manchmal fast widerspenstig. Genau das macht Fichtenharz so besonders, aber beim Räuchern auch etwas anspruchsvoller im Handling.

Unter Wärme verändert es sich stark. Das feste Harz wird weich, beginnt zu schmelzen und kann fast flüssig werden. Dabei entwickelt sich ein Duft, der je nach Harzstück überraschend unterschiedlich ausfallen kann: frisch und nadelig, warm und balsamisch oder manchmal sogar fast zimtig.

Für die Fichte selbst ist Harz allerdings kein Duftstoff, sondern Teil ihres natürlichen Schutzsystems.

Warum bildet eine Fichte überhaupt Harz?

Wird die Rinde verletzt, tritt Harz aus und hilft dabei, die betroffene Stelle zu verschließen. Gleichzeitig enthält es verschiedene Terpene und Harzsäuren, die zur natürlichen Abwehr des Baumes beitragen.

Harz ist also Teil des Schutzsystems der Fichte.

Gerade diese Zusammensetzung ist auch für den typischen Duft verantwortlich, den wir unmittelbar mit Nadelwald verbinden.

Wofür wurde Fichtenharz früher verwendet?

Fichtenharz wurde in Europa seit Jahrhunderten genutzt. Besonders bekannt ist die sogenannte Pechsalbe oder Harzsalbe. Dafür wurde das Harz traditionell mit Fett, später auch mit Ölen und Wachsen verarbeitet. Vor allem in Nordeuropa ist diese Verwendung lange dokumentiert. Harzsalben kamen traditionell bei beanspruchter Haut und zur Wundpflege zum Einsatz.

Interessant ist, dass sich inzwischen auch die moderne Forschung wieder mit Fichtenharz beschäftigt. Untersucht werden unter anderem die antimikrobiellen Eigenschaften von gereinigtem Harz der Gemeinen Fichte, Picea abies. Damit trifft altes Erfahrungswissen auf moderne Forschung.

Harze spielen bis heute auch in moderner Pflege eine Rolle. Mit THE BALM greifen wir diesen Gedanken auf eine deutlich feinere und zeitgemäße Art auf. Statt Fichtenharz verwenden wir darin Boswellia sacra, also Weihrauchharz, in einem eigens hergestellten Harzauszug.

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Was hat Fichtenharz mit Pech zu tun?

Auch der Begriff Pech begegnet einem im Zusammenhang mit Baumharzen immer wieder. Aus den Harzen von Nadelbäumen wurden früher Materialien hergestellt, die zum Abdichten, Kleben oder Konservieren genutzt wurden. Harz war also ein ganz alltäglicher Rohstoff und keineswegs nur etwas, das wegen seines Duftes gesammelt wurde.

Heute begegnet uns Fichtenharz eher wieder als Naturstoff zum Räuchern oder in traditioneller Verarbeitung.

Wie riecht Fichtenharz beim Räuchern?

Beim vorsichtigen Erwärmen entwickelt Fichtenharz einen klaren, grünen und zugleich warmen Duft. Spannend ist, dass Fichtenharz nicht immer gleich riecht. Je nach Baum, Alter des Harzes, Lagerung und Temperatur beim Räuchern kann sich das Duftbild deutlich verändern.

Mal ist es sehr frisch, harzig und nadelig, mal wärmer und balsamischer. Wir hatten sogar schon Fichtenharz, das beim Räuchern überraschend deutlich an Zimt erinnert hat.

Genau das macht naturbelassene Harze so interessant. Sie sind kein standardisierter Duftstoff, sondern ein Naturprodukt, das von Stück zu Stück anders sein kann.

Und auch beim Räuchern selbst verändert sich der Duft mit der Temperatur. Wird das Harz langsam erwärmt, kommen häufig feinere, weichere Noten zum Vorschein. Bei stärkerer Hitze wird es kräftiger und rauchiger.

In der traditionellen Räucherkunde wird Fichtenharz mit Reinigung, Schutz und dem Loslassen von Altem verbunden. Beim Räuchern verströmt es einen intensiven, harzigen Waldduft, der je nach Harzstück frisch, balsamisch oder überraschend warm ausfallen kann.

 

Warum wird Fichtenharz beim Räuchern flüssig?

Wer Fichtenharz zum ersten Mal auf ein Räuchersieb legt, wundert sich oft. Das Harz bleibt nicht einfach als festes Stück liegen. Fichtenharz kann beim Erwärmen sehr weich werden und je nach Alter und Zusammensetzung deutlich verlaufen.

 

Das hängt mit seiner Zusammensetzung zusammen. Frische oder weniger stark gealterte Nadelbaumharze enthalten neben festen Harzbestandteilen auch flüchtige Bestandteile. Mit der Zeit verändert sich das Harz, wird fester, dunkler und teilweise spröder.

Genau deshalb räuchern wir Fichtenharz etwas anders als viele andere Harze.

Warum empfehlen wir ein Metallplättchen?

Auf einem Stövchen legen wir Fichtenharz am liebsten auf ein kleines Metallplättchen.

Messingplättchen zum Räuchern

So läuft das flüssig werdende Harz nicht direkt in das Räuchersieb. Außerdem lässt sich das Plättchen später deutlich leichter reinigen.

Wichtig ist vor allem, mit wenig Hitze zu arbeiten.

Fichtenharz braucht keine starke Hitze. Langsames Erwärmen reicht völlig aus und der Duft entwickelt sich wesentlich feiner. Wird es zu heiß, verbrennt das Harz schnell und der frische Waldduft wird deutlich rauchiger.

Auch auf Räucherkohle kann Fichtenharz verwendet werden. Hier reicht bereits eine kleine Menge.

Warum sieht Fichtenharz manchmal fast wie Bernstein aus?

Fichtenharz sieht nicht immer gleich aus. Frisches Harz kann sehr hell, durchsichtig und honigfarben sein. Mit der Zeit wird es durch Alterung, Oxidation und natürliche Bestandteile wie kleine Rindenstücke oder Nadeln häufig dunkler und fester.

Genau das hat bei einem Fichtenharz Reel übrigens für einige Verwirrung gesorgt.Die häufigste Vermutung in einem Ratequiz war Bernstein anstelle von Fichtenharz. Und ganz abwegig ist das optisch gar nicht.

Bernstein ist ebenfalls Baumharz, allerdings fossiles Harz, das über Millionen von Jahren entstanden ist. Fichtenharz ist dagegen sehr viel näher an seinem ursprünglichen Zustand.

Warum ist gutes Fichtenharz eigentlich so teuer?

Das ist eine Frage, die wir uns selbst schon gestellt haben. Fichten gibt es schließlich genug. Trotzdem ist hochwertiges Fichtenharz kein günstiger Massenrohstoff.

Für die Verwendung als Räucherstoff braucht es sauberes Harz, das gesammelt, sortiert und von Rindenstücken, Nadeln und anderen Fremdbestandteilen befreit wird.

Hinzu kommt, dass ein lebender Baum für die Gewinnung nicht unnötig verletzt werden sollte. Vieles wird dort gesammelt, wo Harz bereits natürlich ausgetreten ist.

Die Gewinnung ist also deutlich kleinteiliger, als man zunächst vermuten würde.

Und genau das erklärt auch, warum hochwertiges, sauberes Fichtenharz preislich schnell in einer ganz anderen Liga spielt als sein vermeintlich einfacher Ursprung vermuten lässt.

Warum verwenden wir Fichtenharz in unserer WALD Räuchermischung?

Fichtenharz ist auch Bestandteil unserer WALD Räuchermischung. Dort bringt es genau diesen typischen Waldcharakter hinein: harzig, grün, warm und sehr unmittelbar.

Beim Räuchern verändert sich das Harz durch die Wärme und verbindet sich mit den anderen Bestandteilen der Mischung. Dadurch entwickelt sich der Duft nach und nach und bleibt nicht von Anfang bis Ende gleich.

Ist Fichtenharz eigentlich dasselbe wie Weihrauch?

Nein. Beides sind Harze, botanisch stammen sie aber von völlig unterschiedlichen Pflanzen. Weihrauch wird aus Boswellia Arten gewonnen. Fichtenharz stammt von Arten der Gattung Picea.

Auch beim Räuchern merkt man schnell Unterschiede. Viele Weihrauchharze schmelzen ebenfalls, Fichtenharz wird allerdings häufig besonders weich und klebrig und kann deutlich stärker verlaufen.

Wer verschiedene Harze einmal direkt nebeneinander räuchert, merkt schnell, wie unterschiedlich sie tatsächlich sind.

Ein Stück Waldgeschichte

Fichtenharz ist ein Rohstoff mit vielen Seiten. Es schützt den Baum, wurde früher ganz selbstverständlich verarbeitet und zeigt beim Räuchern einen erstaunlich eigenen Charakter.

Gerade das mögen wir daran. Es ist nicht vollkommen gleichförmig, nicht jedes Stück riecht identisch und auch unter Wärme verhält es sich ein wenig anders.

Für uns ist genau das der Reiz an echten Naturstoffen. Man arbeitet mit ihnen, lernt ihre Eigenheiten kennen und entdeckt immer wieder neue Nuancen.

Deshalb verwenden wir Fichtenharz besonders gerne, pur genauso wie in unserer WALD Räuchermischung.

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